Bericht eines arbeitsamen Tages

Heute ist wieder mal ein weiteres meiner Mindmaps entstanden, um Gelesenes zu sortieren, nicht nur auf dem Papier, sondern auch in meinem Kopf. Thema des Tages: Besucherzählung. Ich hab in den letzten Kranichsaisons ja parkende Autos in Linum gezählt, eine Methode die ich vollkommen logisch fande, zeigt sie doch nicht nur Besuchermengen, sondern auch Besucherverteilungen innerhalb des Orts und Konflikte (wie parkende Autos im Parkverbot, vor Einfahrten, etc.) auf.

In der Literatur läuft die Zählung parkender Autos eher unter ferner liefen, bei den meisten Auflistungen von Zählmethoden kommt die noch nicht einmal vor, auch wenn sie in der Praxis gelegentlich angewendet wird. Häufiger ist die Zählung fahrender Autos an Eingängen von Naturparks und ähnlichem. Außerdem gibts natürlich allerhand Technik, die angewendet wird um Fußgänger zu erfassen, wie Drehkreuze, Lichtschranken, Zählmatten und ähnliches, die ist aber ziemlich fehleranfällig, z.B. weil Kinder die Drehkreuze ganz gerne mal als Karussell benutzen oder ähnliches. Einig sind sich eigentlich alle Autoren darin, dass das Zählen durch den Menschen am zuverlässigsten, wenn auch zeitaufwändig, ist.

Erstaunlicher als das seltene Zählen der parkenden Autos fande ich aber etwas ganz anderes: Besucherzählungen werden noch gar nicht so lange gemacht.Dementsprechend ist auch noch keine perfekte Methode etabliert und vielerorts wird eben einfach mal irgendwie drauf los gezählt oder gar nur geschätzt. Gerade in Deutschland ist Besucherzählung immer noch eine sehr seltene Sache. Und wenn dann wird mal völlig unsystematisch ein Tag lang gezählt und das war’s dann (natürlich gibts Ausnahmen mit sehr ausgefeilten Zähltechniken). Oder Besucherzählungen finden über verkaufte Eintrittskarten im Besucherzentrum oder ähnliches statt. Dass dies nicht sehr aussagekräftig ist, konnte ich in Linum feststellen: Es gab Wochenenden, da war laut Aussagen der ehrenamtlichen Mitarbeiter im Besucherzentrum am Samstag richtig viel los, der Sonntag dagegen war völlig entspannt. Bei meinen Parkplatzzahlen gab es aber keinen großen Unterschied.

Aber immerhin, eine Erfassung der Besucher über Besucherzentren und ähnliches ist immerhin etwas. Sehr oft werden überhaupt keine Besucherzahlen erfasst und dann trotzdem Management- und Besucherlenkungsmaßnahmen ergriffen. Dabei muss man doch erst wissen, wieviele Besucher es eigentlich sind und wie sie sich verteilen, bevor man irgendetwas managen kann. So weit ist die Wissenschaft seit einigen Jahren auch, aber früher und in der Praxis teilweise auch heute noch sieht das ganz anders aus.

Erkenntnis Nummer zwei: Sinnvolle Besucherzählung läuft nicht nur über die Zählung an sich, sondern sollte immer mit einer Befragung der Besucher kombiniert werden, da das Ziel ja i.d.R. Managementmaßnahmen sind und man dafür eben wissen muss, wie zufrieden der Besucher ist, was er für Wünsche hat und welche Besucher überhaupt da sind (also Alter, Herkunft, etc.). Dass ich für sinnvolle Managementmaßnahmen eine Besucherbefragung machen muss, war mir natürlich klar, hab ich ja auch gemacht. Dass sie aber von vielen Autoren als Teil der Besucherzählung gesehen wird, laut manchen sogar Besucherzählung nicht ohne Befragung funktionieren kann, hätte ich nicht gedacht.

 

 

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