sagenumwobene Kraniche – in der Welt des Mittelalters

Nicht nur heutzutage finden Menschen Kraniche faszinierend, auch in der Literatur wird von ihnen berichtet. Während Erich Hesse den Kranichrastplatz Linum im Jahr 1913 sehr genau mit seinen Schlafgewässern und Äsungsflächen beschrieb, sorgte der Kranich etliche Jahrhunderte zuvor für Spekulationen und Fabelwesen:

Hereford-KarteBevor die Welt wirklich entdeckt wurde, wurden in Landkarten in die unbekannten Gebiete und Länder einfach Vorstellungen, von dem, was dort ist, reingemalt. So kommt es, dass auf der Hereford-Weltkarte aus dem Jahr 1270 viele Fabelwesen abgebildet sind. Einer davon ist der Kranichschnäbler, ein Mensch mit Kranichhals und -kopf. Er wurde auf der Karte Asien zugeordnet.

Die Kranichschnäbler erhielten dann auch sehr schnell Einzug in die mittelalterliche Literatur und kommen um 1180 in der Spielmannsdichtung „Herzog Ernst“ vor, wo der Ritter im fernen Land gegen die Kraniche kämpft.

Im 16. Jahrhundert beschreibt Ulisse Aldrovandi, eigentlich Wissenschaftler, der sich mit Pflanzen und Mineralien befasste und auch einen der ersten botanischen Gärten gründete, eine ganze Reihe von Fabelwesen, an dessen Existenz man damals glaubte. Eins davon ist der Kranichschnäbler. Schon Aldrovandi war aber skeptisch, ob dieses Fabelwesen so wirklich existiert, meinte aber auch, dass in Asien Menschen mit überlangen Hälsen leben könnten. Von ihm stammt auch dieses Bild:

Aldrovandi1

Bilder und Infos von Universitätsbibliothek Salzburg und Wikipedia.
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